Ein Businessplan ist für Existenzgründer von großer Bedeutung, da er als Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung einer Geschäftsidee dient. Egal ob der Businessplan für den Gründer selbst zur Erhalt eines Überblickes erstellt wird oder ob es für externe Finanzierer wie die Agentur für Arbeit oder eine Bank ist. Er enthält alle wichtigen Informationen und Analysen, die für die Planung und Steuerung des Unternehmens notwendig sind und ermöglichen den Gründern und Dritten eine Einschätzung der Geschäftsidee und der Realisierbarkeit zu geben.

Wir haben eine prägnante Anleitung erstellt, mit der Gründer, die ihren Businessplan selbst erstellen wollen, prüfen können ob alle relevanten Aspekte berücksichtigt werden und die Schwerpunkte richtig setzen können. Denn ein vernünftiger Businessplan ist selbst für Fortgeschrittene die Arbeit von mehreren Tagen. Für Gründer, die sich erstmals damit beschäftigen, werden fachliche Exkurse in Bereichen wie Marktforschung & Marketing erforderlich sein. So behalten Sie die Übersicht und Wissen zwischen Ihren Sessions auch, was zu tun ist.

 

Schritt für Schritt: Wie Sie Ihren Businessplan erstellen

1. Schritt: Geschäftsidee definieren

Der erste Schritt bei der Erstellung eines Businessplans ist die Definition der Geschäftsidee. Dabei geht es darum, das Produkt oder die Dienstleistung zu beschreiben, die das Unternehmen anbieten wird, sowie den Nutzen und wenn möglich die Alleinstellungsmerkmale für die Kunden zu erläutern.

Hier stellt sich für uns als zertifizierte Berater bereits die erste Prüfung ein. An der Geschäftsidee kann man bereits sehen, wie wahrscheinlich der Erfolg des Gründers sein wird. Wir haben beobachtet, dass viele Gründer denken, als Geschäftsidee etwas Neues erfinden zu müssen. Diese Sichtweise haben auch sehr viele Akademiker. Das stimmt allerdings nicht, es ist eher sogar das Gegenteil das Richtige. In aller Regel entscheidet die einfache Nachfrage auf dem Markt, wie gut eine Geschäftsidee ist. Eine einfache Reinigungsfirma oder ein Pflegedienst haben nicht nur hohe Chancen erfolgreich zu sein, sondern sind auch häufig sehr viel lukrativer als hochkomplexe erklärbedürftige Dienstleistungen.
Daher ist unsere Empfehlung für „einfache“ Geschäftsideen, eher auf den Unique Selling Proposition (USP)– also das Alleinstellungsmerkmal einzugehen. Auch hier sollte man geerdet bleiben. Alleinstellungsmerkmal kann auch etwas sehr bodenständiges sein.

Bei komplexen oder gar einzigartigen Dienstleistungen liegt der Schwerpunkt der Bewertung eher in der Marktanalyse.

2. Schritt: Zielgruppe bestimmen

Das Angebot wurde definiert- super jetzt kann der passende Kunde dazu definiert werden. Dabei geht es darum, die Bedürfnisse und Wünsche der potenziellen Kunden zu verstehen und die Zielgruppe so genau wie möglich zu definieren.

Auch hier gelten unterschiedliche Herangehensweisen je nach Geschäftsidee: Es gibt Dienstleistungen, die eher homogen sind und es gibt Dienstleistungen, bei denen sich die Zielgruppen für das selbe Produkt stark unterscheiden können. So kann zum Beispiel eine Autowerkstatt für Premiumkunden orientiert sein, mit Sitzmöglichkeiten und Kaffeeautomat, Verkauf & Kooperationen und sogar Tuning oder für die Menschen, die einfach nur Räder gewechselt bekommen oder das Auto repariert haben wollen.

3. Schritt: Marktanalyse durchführen

Steht die Zielgruppe fest, sollte im nächsten Schritt eine Marktanalyse durchgeführt werden, um den Markt und die Wettbewerbssituation zu analysieren. Dabei geht es darum, das Marktpotenzial abzuschätzen und die Konkurrenz zu analysieren. So lassen sich manchmal schon Abschätzungen zum potenziellen Marktanteil treffen.

4. Schritt: Marketing- und Vertriebsstrategie entwickeln

Im nächsten Schritt sollte eine Marketing- und Vertriebsstrategie entwickelt werden. Dabei geht es darum, die richtigen Marketingkanäle und -instrumente auszuwählen, um die Zielgruppe zu erreichen, sowie eine Vertriebsstrategie zu entwickeln, um das Produkt oder die Dienstleistung erfolgreich zu verkaufen.

Hier lassen sich die kaufmännischen Fähigkeiten & Künste des Gründers am Besten erkennen. Wir finden, dass sich hier besonders ein Gespräch mit einem Unternehmer oder unseren Gründerberatern lohnt.

5. Schritt: Zum Unternehmen

In diesem Schritt stellt der Gründer sein Unternehmen vor. Dies beinhaltet ggf. die Gesellschafter, das Team und externe Partner vor. In aller Regel empfiehlt sich die Rechtsform des Freiberuflers oder des gewerblichen Einzelunternehmens (im Falle mehrerer Gründer die GbR). In diesem Fall sollte die Erklärung zur Rechtsform knapp und prägnant gehalten werden. Wir raten in der Regel von der Gründung von Kapitalgesellschaften wie UG / GmbH ab- dieser Fall ist nur selten sinnvoll und erfordert dann auch eine umfangreichere Begründung.

6. Schritt: Finanzplanung erstellen

Ein wichtiger Teil des Businessplans ist die Finanzplanung. Dabei geht es darum, die Kosten und Einnahmen des Unternehmens zu kalkulieren und eine Liquiditätsplanung zu erstellen. Die Finanzplanung sollte realistisch und gut durchdacht sein, um potenzielle Investoren oder Kreditgeber zu überzeugen. Wer Kunde der Agentur für Arbeit ist, wird wahrscheinlich am Gründungszuschuss interessiert sein. Die Entscheidung des Sachbearbeiters ergibt sich aus der Finanzplanung des Gründers.

7. Schritt: Risiken und Chancen analysieren

Im nächsten Schritt sollten die Risiken und Chancen des Unternehmens analysiert werden. Dabei geht es darum, mögliche Risiken zu identifizieren und Strategien zur Risikominimierung zu entwickeln, sowie potenzielle Chancen zu erkennen und zu nutzen.

8. Schritt: Zusammenfassung und Fazit

Der letzte Schritt bei der Erstellung eines Businessplans ist die Zusammenfassung und das Fazit. Dabei geht es darum, die wichtigsten Punkte des Businessplans noch einmal zusammenzufassen und ein Fazit zu ziehen. Dieser gehört dann auf die erste Seite. Eine gut strukturierte Zusammenfassung kann dazu beitragen, dass potenzielle Investoren oder Kreditgeber den Businessplan schnell erfassen und verstehen können.

Allgemeine Tipps zur Erstellung eines Businessplanes

Der Businessplan ist für Existenzgründer von großer Bedeutung, da er für viele Gründer als Grundlage für den Erhalt des Gründungszuschusses dient. Der Businessplan sollte alle relevanten Informationen und Analysen enthalten, die für die Beurteilung der Tragfähigkeit der Geschäftsidee durch die Agentur für Arbeit notwendig sind. Lassen Sie also keine wichtigen Aspekte weg. 

Tipps zur Erstellung eines überzeugenden Businessplans:

      • Klare Struktur: Strukturieren Sie den Businessplan klar und übersichtlich, nutzen Sie eine Gliederung und verschiedene Schriftgrößen.
      • Realistische Prognosen: Stellen Sie sicher, dass Ihre Prognosen realistisch sind und auf fundierten Annahmen basieren. Lassen Sie in allen Fällen jemanden den Businessplan lesen. Wenn Sie einen Unternehmer kennen, fragen Sie, ob er den Businessplan gegenlesen kann. Sie werden sich wundern, wie sehr das helfen kann.
      • Überzeugende Argumentation: Argumentieren Sie überzeugend und zeigen Sie auf, warum Ihre Geschäftsidee erfolgreich sein wird.
      • Klarer Nutzen für Kunden: Zeigen Sie auf, welchen Nutzen Ihre Produkte oder Dienstleistungen für die Kunden haben und warum diese bei Ihnen kaufen sollten.
      • Risiken und Chancen: Analysieren Sie die Risiken und Chancen Ihres Unternehmens und zeigen Sie auf, wie Sie mit diesen umgehen werden.

Sie wollen einen Gründungszuschuss (Phase I) bei der Agentur für Arbeit beantragen und benötigen einen Businessplan? Wir sind zertifizierte Gründerberater der Agentur für Arbeit und als unternehmensberatendes Träger sind wir zudem eine fachkundige Stelle- nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wenn Sie interessiert sind.

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